Anti-israelische Übergriffe und Mahnwache in Efurt

Bereits letzte Woche fand in Erfurt eine Kundgebung gegen die Operation „Bleigießen“ statt. Nun lädt der „Aktionskreis Frieden“ und die „Thüringer Friedenskoordination“ mit folgenden Worten erneut zu einer „Mahnwache“:

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,
leider ist trotz UN-Resolution kein Ende des Blutvergießens im Gazastreifen in Sicht. Der Aktionskreis für Frieden und die Thüringer Friedenskoordination laden deshalb wieder ein zu einer Mahnwache am Donnerstag, dem 15.01.09 um 17:30(!!!) Uhr auf dem Erfurter Anger

Vorher findet um 17 Uhr das Friedensgebet in der Lorenz-Kirche statt.

Viele Grüße

Dass sich auch hier hinter dem Ruf nach Frieden eine krude Palästina-Solidarität verbirgt, hat sich bereits in der vergangenen Woche gezeigt. Folgender Bericht der „Israelsolidarischen Jugend Erfurt“ wurde uns mit Bitte um Veröffentlichung zugeschickt:

Erlebnisbericht zu der Friedensmahnwache am 08.01.2009 auf dem Erfurter Anger

Am 08.01.2008 riefen der „Aktionskreis für Frieden“ und die „Thüringer Friedenskoordination“ zu einer Friedensmahnwache auf dem Erfurter Anger. Als wir auf dem Anger eintrafen wurden wir sofort auf das übelste beleidigt. Dies von selbsternannten „Friedensaktivisten“. Wie ihr Frieden aussieht ist bei der nicht vorhandenen oder nur vorgetäuschten Diskussionsbereitschaft eher eine schreckliche Vorstellung. So wurden zum Beispiel Hamaskämpfer zu Freiheitskämpfer, während einer Diskussion mit einem Friedensaktivisten, verklärt. Der andauernde und schreckliche Terror der Hamas somit negiert und eine Täter-Opfer-Umkehr betrieben. Wie weit einige ihrer Sympathisanten bereit sind zu gehen, zeigte eine kleine Gruppe Teilnehmer_innen der Mahnwache. Sie griffen einen Jugendlichen an, entrissen ihm die Israelfahne und trampelten auf ihr herum. Dazu riefen sie: „Scheiß Judenfahne.“. Dies alles unter den Augen der Friedensaktivisten. Weder sie noch die Polizei griffen ein. Anstatt sich von den gewalttätigen Teilnehmer_innen zu distanzieren, absorbierten die Mahnwach`ler_innen die Gewalttäter_innen in ihre Mitte. Von nun an war die Erfurter „Achse des Bösen“ perfekt. Gegen Ende der Mahnwache kam noch einmal einer der Angreifer mit einem Pappschild, auf welchem tote Kinder zu sehen waren, zu den israelsolidarischen Menschen. Hierbei rief er wieder antisemitische Parolen u.a. „Das machen die scheiß Juden.“ Auch hier wieder keine Reaktion von den Friedensaktivisten oder der Polizei. Als „glorreichen“ Abschluss wurde noch die interessante Frage „Wer bezahlt euch? Israel, der Mossad oder die USA?“ aus der anonymen Masse der Mahnwache heraus aufgeworfen. Nach diesen Vorkommnissen muss man sich ernsthaft die Frage nach der Ernsthaftigkeit der Mahnwache stellen. Auch ist es erschreckend, feststellen zu müssen, wie antisemitische Stereotypen in Erfurt ohne Widerworte hingenommen werden. Offener und versteckter Antisemitismus nahmen an diesem Tag in Erfurt ungeahnte Dimensionen an. So erklärte ein „empörter Passant“: „Adolf hat wohl nicht genug von euch erwischt.“ oder „Euch kriegen wir auch noch“. Abschließend ist eindeutig festzustellen, dass unsere Proteste gegen diese „Mahnwache“ gerechtfertigt waren und sind. Antisemitismus, egal welcher Couleur, ist gerade auch in Erfurt entschlossen entgegen zu treten.

[Israelsolidarische Jugend Erfurt]