Hugo Chavez-Bilder auf Gaza-Demo in Weimar

Wie auf einigen anderen palästina-solidarischen Demos in Deutschland, wurde auch in Weimar ein Bild des venezuelanischen Präsidenten Hugo Chavez mitgeführt. Einige werden sich darüber gewundert haben. Doch der Zusammenhang ist offensichtlich: Hugo Chavez ist ein Freund der Palästinenser und obendrein prominenter Unterstützer des iranischen Mullah-Regimes und ein Freund von Ahmadinedschad. Stephan Grigat schreibt dazu in der Jüdischen Zeitung:

Der Präsident von Venezuela gehört bereits zu den Stammgästen von in Teheran und hat bei einem seiner letzten Besuche erklärt: Die lateinamerikanischen Staaten wollen die „wertvollen Erfahrungen“ des Iran „auf verschiedenen Gebieten“ nutzen. Die beiden Ölimperien haben haben einen gemeinsamen Fonds für wirtschaftliche und soziale Projekte angelegt. „Mit der Gründung des binationalen Venezuele-Iran-Entwicklungsfonds haben wir fundamentale Schritte für eine Konsolidierung der Beziehungen zwischen Iran und Venezuela unternommen,“ erklärt der venezolanische Außenhandelsminister Gustavo Marquez. Und wer die Bilder von den herzlichen Dauerumarmungen der beiden Staatschefs bei Ahmadinedschads Venezuela-Besuch Ende September 2007 gesehen hat, bekam eine Ahnung davon, dass es hier nicht um ein rein taktisches Bündnis geht.
Chavez ließ sich jahrelang von Noberto Ceresole beraten. Diser hatte nach dem Anschlag auf das jüdische Gemeindezentrum in Buenos Aires im Jahre 1994 verbreitet, die Juden selbst hötten diesen Anschlag zu verantworten, der tatsächlich jedoch von der Hizbollah mit Unterstützung der iranischen Regierung durchgeführt wurde. 85 Menschen vielen dem Terrorakt zum Opfer. Der Außenminister Venezuelas, Nicolas Maduro, nahm 2006 im Iran an der 3. Internationalen Solidaritätskonferenz für das palästinensische Volk teil. Chacez unterstützt das iranische Atomprogramm und und postulierte während des Libanonkriegs 2006: „Israel verübt an den Libanesen dieselben Handlungen, wie sie Hitler an den Juden verübt hat.“ Es soll nicht verschwiegen werden, dass Chavez siich von von Ahmadinedschads Vernichtungsdrohung gegen Israel distanziert hat. Das heißt aber umso mehr, dass er sehr genau weiß, mit wem er sich da eigentlich einlässt und wessen Atomprogramm er unterstütz.1

In diesem Zusammenhang, sollte man sich auch vor Augen führen, wie sich Hugos Freund Ahmadinedschad und dessen Verbündete zum derzeitigen Krieg im Gazastreifen geäußert haben. Die Jüdische Zeitung schreibt:

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad bezeichnete das israelische Vorgehen als „kriminell“, sein Außenminister sprach von „Völkermord“. Das geistliche Oberhaupt der Muslime, der im Iran ansässige Ajatollah Chamenei, forderte alle gläubigen Muslime dazu auf, die Palästinenser mit „allen Mitteln“ zu verteidigen. Wer dabei ums Leben komme, werde zum Märtyrer.2

Doch Hugo Chavez braucht seine Mullah-Freunde nicht für sich sprechen zu lassen. Er selbst bezeichnet Einsätze der israelischen Armee immer wieder als „Völkermord“ und „Holocaust“. Zu Beginn des Einsatzes der iseaelischen Armee im Gaza-Streifen wies er sogar den israelischen Botschafter aus Venezuela aus. Die Presse schreibt:

Venezuelas Staatschef spricht von „Holocaust“ in Gaza.

BUENOS AIRES. Ob Shlomo Cohen noch einmal nach Caracas zurückkehrt? Israels Botschafter wurde am Dreikönigstag von Hugo Chávez aus Venezuela verwiesen – für den Diplomaten ist das ein Déjà-vu. Bereits im August 2006 hatte er nach Israels Angriff auf den Libanon die Koffer packen müssen.

„Zum wiederholten Mal erlebt Venezuela den schrecklichen Tod von unschuldigen Kindern und Frauen als Folge der israelischen Invasion im Gazastreifen und des gnadenlosen Bombardements, mit dem Israel aus Luft und Erde das palästinensische Territorium belegt.“ Das offizielle Begründungsschreiben fasst in diplomatisch gerade noch akzeptable Worte, was Präsident Chávez seit Beginn der israelischen Offensive täglich drastischer von sich gab: „Einen Holocaust am palästinensischen Volk“ verübten die israelische Regierung und deren Beschützer in Washington. Es sei geradezu zynisch, dass Washington Länder wie Kuba und Iran als undemokratisch kritisiere, aber Israels Angriffe rechtfertige.

Antisemitische Linke

Schon seit Jahren profiliert sich Iran-Intimus Chávez als lautester Israel-Kritiker der westlichen Hemisphäre, was im traditionell US-kritischen Lateinamerika auch ganz gut ankommt. Am Dreikönigstag zogen 3000 Demonstranten vor Israels Botschaft in Buenos Aires und präsentierten die israelische Staatsflagge mit aufgemalten Hakenkreuzen. In Argentiniens Hauptstadt lebt die zweitgrößte jüdische Gemeinde außerhalb Israels.

Aus diesem ultralinken, antisemitischen Milieu kam auch einer, den Chávez noch 2006 als „großen Freund“ pries. Der argentinische Soziologe Norberto Ceresole war einer der Ratgeber Chávez‘ vor und nach dessen erstem Wahlsieg 1998. Der Holocaustleugner stammte aus dem linken Flügel der peronistischen Partei und beriet von 1969 bis 1971 den peruanischen Putschisten Juan Velasco Alvarado, auch der ein erklärtes Vorbild Hugo Chávez‘. Sein Ideenmix aus sozialistischen, völkischen und antisemitischen Thesen kam sowohl in der Sowjetunion als auch im Nahen Osten gut an. Während der 70er-Jahre soll Ceresole Repräsentant der Hisbollah in Spanien gewesen sein.3

  1. Stephan Grigat: „Freunde der Mullahs. Über rechte und linke Verteidiger des iranischen Regimes“, in Jüdische Zeitung | Nr. 01 (41) | Januar 2009, S. 10 [zurück]
  2. Lutz Lorenz: „‚Wir hätten verhindern können, was geschehn ist. Ursache der Eskalation liegt bei der Hamas.“, in Jüdische Zeitung | Nr. 01 (41) | Januar 2009, S. 8 [zurück]
  3. „Die Presse“, Print-Ausgabe, 08.01.2009, hier [zurück]