Archiv für Februar 2009

Weimar im Iran

Laut der Thüringer Allgemeine und Radio Lotte befindet sich gerade eine Weimarer Deligation um Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) zu Besuch in der Islamischen Republik Iran. Am 08. Februar wurde die Deligation „durch den Protokollchef der Stadt Teheran ehrenvoll mit einem kleinen Empfang begrüßt.“1 Hintergrund ist ein kultureller Austausch mit dem Iran, der in Form einer Konzertreise der Weimarer Staatskapelle nach Persepolis, Shirâs und Teheran stattfinden soll. Im Gegenzug soll es im August einen Auftritt iranischer Musiker in Weimar geben. Außerdem ist eine Städte-Freundschaft zwischen Shirâs und Weimar geplant. Der Austausch wird von Außenminister Frank-Walter Steinmeier unterstützt.

Im Iran werden Oppositionelle, Gewerkschafter_innen und Frauenrechtler_innen verfolgt, Staatschef Mahmud Ahmadinedschad ist für seine antisemitischen und antizionistischen Äußerungen bekannt und es findet eine Zensur nicht-islamischer Medien statt. Im Jahr 2005 fand in Teheran eine Konferenz mit staatlicher Beteiligung unter dem Titel „A World without Zionism“ statt, zu dem unter anderem Vertreter der radikal-islamischen Organisation Hizbollah und bekannte Holocaust-Leugner eingeladen waren. Prostitution und homosexuelle Handlungen werden im Iran mit dem Tod bestraft. Auch kulturelle Aktivitäten und Ereignisse, sowie „Kulturexport“ in andere Länder unterliegen im Iran der Kontrolle islamischer Sittenwächter.

Angesichts dieser Tatsachen, die den Beteiligten dieses „kulturellen Austausches“ (u.a. OB Stefan Wolf, Diwan-Festivalleiter Dr. Klaus Gallas, Stadtrat und Kulturmanager Martin Kranz sowie Orchesterdirektor Martin Witkowski und Orchesterinspektor Nils Kretzschmar) bekannt sein dürften, müssen sie sich die Frage stellen lassen, welche „wichtige Botschaft“2 dieser Austausch haben soll. (mehr…)