Portal zur Dokumentation antisemitischer und antizionistischer Vorfälle in Weimar http://solidokuweimar.blogsport.de Fri, 25 Jun 2010 11:11:09 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Oh, ein diplomatischer Affront http://solidokuweimar.blogsport.de/2010/06/25/oh-ein-diplomatischer-affront/ http://solidokuweimar.blogsport.de/2010/06/25/oh-ein-diplomatischer-affront/#comments Fri, 25 Jun 2010 11:10:07 +0000 Administrator Allgemein http://solidokuweimar.blogsport.de/2010/06/25/oh-ein-diplomatischer-affront/ Langsam kann sich die Weimarer Öffentlichkeit nicht mehr über das hinwegtäuschen, was von Anfang an klar gewesen ist. Die TLZ berichtet über die aktuellen Zwischenfälle einer deutsch-iranischen Städtefreundschaft:

Weimarer Städtefreundschaft: Iraner bleiben Buchenwald fern

Nach der Absage eines Besuches der Gedenkstätte Buchenwald durch die iranische Delegation will der Weimarer Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) weiter an der Städtefreundschaft zur iranischen Stadt Schiraz festhalten. Wolf sprach jedoch von einer „großen Belastung“ für die Beziehung der Städte.

Weimar. Eine Konfrontation soll nach Ansicht Wolfs vermieden werden, teilte die Stadtverwaltung Weimar am Donnerstag mit. Eine iranische Delegation, die auf Einladung des Oberbürgermeisters derzeit die Klassikerstadt besucht, hatte am Mittwoch kurzfristig den Besuch der Gedenkstätte Buchenwald abgesagt.

Wolf hatte die Entscheidung bereits am selben Tag bedauert und von einer „großen Belastung“ für weitergehende Beziehungen gesprochen. Als Reaktion sagte der Weimarer Stadtrat ein geplantes Treffen mit der Delegation ab.

Den Angaben zufolge setzt Wolf trotzdem darauf, dass der Kontakt zwischen den beiden Städten möglich bleibt. Bei einem gemeinsamen Abendessen am Donnerstagabend wollte Wolf den iranischen Gästen seine Position nochmals klar darlegen und die Bedeutung Buchenwalds für den kulturellen Austausch mit Schiraz deutlich machen.

Am Mittwoch hatten die Iraner den für den Nachmittag geplanten Besuch der Gedenkstätte abgesagt, nachdem sie sich zunächst Bedenkzeit ausgebeten hatten. In einer ersten Reaktion bedauerte Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf die Entscheidung. Er verstehe sehr gut, dass die Delegation hier unter enormem Druck stehe. Die Pflege kultureller Beziehungen mit der Stadt Weimar sei aber undenkbar ohne Einbeziehung Buchenwalds und ohne ein konkretes Verständnis für die Aufgabe, vor die die Stadt durch das Erinnerung an Buchenwald gestellt sei.

Die Absage ist mehr als ein diplomatischer Affront: Sie wirft die Frage auf, inwieweit moderate Kommunalpolitiker aus der Hafis-Stadt sich im Ausland frei bewegen können. Denn der Druck, von dem Weimars OB sprach, wurde nicht nur von Botschafter Alireza Sheikh Attar aufgebaut, der am Dienstag die Delegation begleitete und als Hardliner gilt. Den Druck übten nach Informationen unserer Zeitung Vertreter des Regimes in Teheran direkt auf den Bürgermeister von Schiraz, Mehran Etemadi, aus, dessen Delegation auch vom Geheimdienst überwacht wurde.

Dabei versuchte die Weimarer Seite um den Initiator des Festivals „West Östlicher Diwan“, Klaus Gallas , bis zum Schluss, eine Brücke zu bauen. So hätte man der Menschen gedenken können, deren Sterbeort Buchenwald war, deren Geburtsort allerdings im Iran liegt. In der Tat führt das Totenbuch der Gedenkstätte zwei Namen auf: Samuel Houshmand, geboren am 21. April 1892, und Arsen Nersesjan, geboren am 23. Dezember 1917. Beide stammen aus Tabriz, einer Stadt im Nordwesten des Irans.

Gallas als Initiator des Festivals hat mit seiner Annäherung an den Iran endgültig Schiffbruch erlitten. So sagten bereits die iranischen Partner eine Konzertreise der Staatskapelle im Juni 2009 ab, dennoch reisten Weimarer in den Iran, um ein abgespecktes Kulturprogramm zu erleben. Das stieß auf heftige Kritik. In einem Gespräch mit unserer Zeitung bezeichnete damals der Direktor der Gedenkstätte Buchenwald, Volkhard Knigge, das Ansinnen als naiv. Wie glaubwürdig bleibe Weimar, das sich zur Bewahrung der Buchenwald-Erinnerung offen bekannt habe, wenn es offen antisemitische Politik und sei es unwillentlich mitbefördert, überhaupt einem undemokratischen Regime zum schönen Schein verhelfe? „Falls je eine iranische Delegation nach Weimar kommen sollte, ist Buchenwald der Lackmustest.“ Das Ergebnis ist seit Mittwoch bekannt.

Thorsten Büker / 24.06.10 / TLZ; ddp

Quelle

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Veranstaltung mit Mina Ahadi (Zentralrat der Exmuslime) http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/09/23/veranstaltung-mit-mina-ahadi-zentralrat-der-exmuslime/ http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/09/23/veranstaltung-mit-mina-ahadi-zentralrat-der-exmuslime/#comments Wed, 23 Sep 2009 12:52:33 +0000 Administrator Allgemein http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/09/23/veranstaltung-mit-mina-ahadi-zentralrat-der-exmuslime/ Mina Ahadi zur aktuellen Situation im Iran

Nachdem es in Deutschland vor wenigen Wochen eine emsige Berichterstattung über die Unruhen im Iran gegeben hatte, ist es um dieses Thema nun wieder ruhig im deutschen Blätterwald geworden. Vielleicht auch deswegen, weil es bedeutet hätte unangenehme Fragen bezüglich wirtschaftlicher Beziehungen zwischen der BRD und dem Mullah-Regime zu beantworten. Auch wenn Mussawi, als populäres Bild des iranischen Widerstands, von Anfang an keine Alternative gewesen wäre, hat sich im Iran seit den Wahlen eine unterstützenswerte Bewegung gegen Islamismus, Folter, Kopftuchzwang, Vergewaltigung und Todesstrafe entwickelt. Mina Ahadi, Exil-Iranerin und Vorsitzende des Zentralrats der Exmuslime, wird über aktuelle Entwicklungen im Iran berichten. Sie wird Fragen beantworten und Möglichkeiten aufzeigen, was hier zur Unterstützung des Widerstands im Iran getan werden kann.

Mina Ahadi, welche 1956 in Abhar, Iran geboren wurde, ist eine exil-iranische politische Aktivistin. Sie kämpft für Menschenrechte und Religionsfreiheit, für die Rechte von Frauen und gegen die Todesstrafe. Während ihres Studiums der Medizin beteiligte sie sich an der linken Opposition und organisierte Protestaktionen und Demonstrationen, woraufhin sie vom Studium ausgeschlossen wurde. 1980 wurde ihre Wohnung durchsucht und ihr Mann sowie fünf weitere Gäste verhaftet, die wenig später hingerichtet wurden. Weil sie wegen ihrer politischen Aktivität gesucht und zum Tode verurteilt wurde, lebte sie mehrere Monate im Untergrund in Teheran, bevor sie 1981 in die Kurdenregion flüchtete. Dort schloss sie sich als Partisanin einer kommunistischen Untergrundorganisation an. 1990 ging sie ins Exil nach Wien und 1996 schließlich nach Köln. Mina Ahadi betrachtet Religionen als „Instrumente der Unterdrückung“ und ist Gründungsmitglied und Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime.

Datum: 22. Oktober 2009
Ort: ACC Weimar
Beginn: 20:00 Uhr

Weitere Infos:

Bildungskollektiv | ACC Weimar | Mina Ahadi

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Jüdischer Friedhof in Weimar geschändet http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/07/24/juedischer-friedhof-in-weimar-geschaendet/ http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/07/24/juedischer-friedhof-in-weimar-geschaendet/#comments Fri, 24 Jul 2009 13:15:57 +0000 Administrator Allgemein http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/07/24/juedischer-friedhof-in-weimar-geschaendet/

Unbekannte – Grabsteine auf Jüdischem Friedhof in Weimar umgestürzt

Weimar (ddp-lth) Unbekannte Täter haben auf dem Jüdischen Friedhof in Weimar zwei Grabsteine umgestürzt Wie ein Stadtsprecher am Freitag mitteilte, hatten Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs bei Pflegearbeiten den Schaden entdeckt.

Unbekannte Täter haben auf dem Jüdischen Friedhof in Weimar zwei Grabsteine umgestürzt. Wie ein Stadtsprecher am Freitag mitteilte, hatten Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs bei Pflegearbeiten den Schaden entdeckt. Eine der beiden Grabsteine sei beim Umstürzen zerbrochen. Dem Sprecher zufolge wurde der Vorfall bei der Polizei angezeigt.

via ad hoc news

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„Das Konstrukt Nation überwinden!“ http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/05/26/das-konstrukt-nation-ueberwinden/ http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/05/26/das-konstrukt-nation-ueberwinden/#comments Tue, 26 May 2009 12:16:32 +0000 Administrator Allgemein http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/05/26/das-konstrukt-nation-ueberwinden/ Wir betrachten Antisemitismus und Antizionismus in der bürgerlichen Gesellschaft als logische Konsequenz aus dem Konstrukt der Nation und als einen Teil nationalistischer Ideologie, unsere Kritik am Antisemitismus bedeutet also auch immer eine an der Nation. Daher möchten wir die Gruppe Surpasser unterstützen, welche im Juni eine Veranstaltung zur Kritik am Konstrukt der Nation plant und herzlich dazu einladen, sie zu besuchen:

2009 ist in Deutschland das Superjahr. Vor 20 Jahren fiel die Mauer und stellte so die nationale Einheit wieder her. Vor 60 Jahren wurde das Grundgesetz verabschiedet und war nun Wegweisend für eine „neue“ deutsche Nation. Vor 15 Jahren zogen die letzten Soldaten der Roten Armee aus Deutschland ab. Vor zehn Jahren nahmen Parlament und Regierung ihre Arbeit in der alt-neuen Hauptstadt Berlin auf. Grund genug für die Deutschen, sich selber einmal wieder gründlich zu feiern. Nationale Feiertage und historische Ereignisse sind von hoher Wichtigkeit für den nationalen Gründungsmythos, der den Kitt darstellen soll einer Gesellschaft der „vereinzelten Einzelnen“ (Theodor W. Adorno). Dass Nationalismus und Rassismus nicht nur Probleme der Radikalen Rechte sind, zeigt die Asylpolitik der Bundesrepublik, die Zahlen der Todesopfer an der EU-Außengrenze, welche sich monatlich zwischen 100 und 300 bewegen (im März 2009 waren es laut „Borderline Europe“ mindestens 316), der immer wiederkehrende mediale Aufschrei, wenn wieder einmal so genannte „Jugendliche mit Migrationshintergrund“ straftätig werden, oder der alljährliche Nationale Taumel zu Fußball Großereignissen.
Ein Superjahr dürfte 2009 allerdings auch für die NPD werden, welche durch den Fall der 5-Prozent Klausel in Thüringen in so manchen Stadtrat einziehen wird. Dies ist nur symptomatisch für ein Deutschland, in dem der Stolz auf die eigene Nation wieder zum guten Ton gehört und wird sich schwer verhindern lassen, so lang Zwangskollektive das Miteinander der Menschen bestimmt.
Deshalb betrachten wir es als notwendig, eine kontinuierliche Kritik an dem Konstrukt der Nation zu üben. Am Mittwoch den 10. Juni findet die Veranstaltung „Das Konstrukt Nation überwinden“ statt, welche sich speziell mit den Gründungsmythen der deutschen Nation auseinandersetzt, zu der wir alle Interessenten herzlich einladen.

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„Wichtig ist der Dialog“ [TLZ-Artikel + Kommentar] http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/03/10/wichtig-ist-der-dialog-tlz-artikel-kommentar/ http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/03/10/wichtig-ist-der-dialog-tlz-artikel-kommentar/#comments Tue, 10 Mar 2009 14:31:19 +0000 Administrator Allgemein http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/03/10/wichtig-ist-der-dialog-tlz-artikel-kommentar/

Weimar. (tlz) „Ich garantiere, dass alle begeistert sein werden und zu Botschaftern des Kulturaustausches werden. Das ist genau das, was ich erreichen möchte.“ Kaum Vorbehalte, dafür viel Aufgeschlossenheit begegnete Dr. Klaus Gallas bei seiner ersten Informationsveranstaltung am Montagabend zur Iranreise vom 10. bis 20. Juni. An seiner Seite bei Präsentation des Reiseprogramms war die junge iranische Musikwissenschaftlerin Sara Tavakalimeh, die vor einem halben Jahr ein Studium an der Franz Liszt-Hochschule aufgenommen hat und von ihrem Heimatland erzählte. „Was in den Medien vom Iran berichtet wird, ist nicht so schön“, hofft sie, dass viele die Chance nutzen, sich persönlich einen Eindruck verschaffen. „Wichtig ist der Dialog“, setzt Gallas auf Kommunikation und Abbau von Vorurteilen durch Kennenlernen. „Nur wenn wir miteinander reden, können wir uns verständlich machen.“ Knapp 80 Interessierte waren ins Saalcafé im mon ami gekommen, um mehr über die Reise, die Formalitäten, das Land zu erfahren. Ihre Fragen betrafen Kleidung, Klima, medizinische Versorgung, die Anmeldung. „In den letzten 30 Jahren hat sich im Iran unglaublich viel verändert“, unterstrich Gallas, der das Land 1972 erstmals bereiste. Er ist beseelt von der Idee, etwas zur Annäherung von Orient und Okzident beizutragen. „Mit vielen kleinen Schritten kann man so viel erreichen“, betonte der Initiator des Festivals West Östlicher Diwan das völkerverbindende Element. Schon jetzt steht das nächste Partnerland seines Festivals fest: 2010 werde Marokko Ziel des Kulturaustausches sein, erste Gespräche haben bereits stattgefunden. Sogar für 2011 gebe es bereits mehrere Kandidaten. Vor dem mon ami verteilten Vertreter des „Arbeitskreises zur Kritik des Antisemitismus Weimar“ Flugblätter, auf denen sie die „antisemitischen Vernichtungsdrohungen gegenüber Israel und die Verfolgung Andersdenkender“ im Iran anprangerten und Front gegen „den Austausch mit einem Diktator unter dem Deckmantel der Kultur“ machten. Auf die Frage einer Bürgerin „Wissen Sie eigentlich, dass im Iran ganz viele Juden friedlich leben?“, blieben sie die Antwort schuldig. Wer die Menschenrechtsverletzungen in den Vordergrund stelle, wähle die falsche Perspektive, meinte Gallas. Dass der einseitige Blick geweitet wird, dafür bürgen das Festival, die 200 mitreisenden Weimarer und die Staatskapelle Weimar.

09.03.2009 Von Christiane Weber [Quelle]

Wie gewöhnlich ist sich die Weimarer Presse zu schade die ewigen Kritikaster ernst zu nehmen, die andauernd und immer wieder etwas an diesem angeblichen Antisemitismus herumzumäkeln haben. Schließlich kratzen diese Unverbesserlichen immer wieder an der Selbstgefälligkeit der Weimarer KulturbürgerInnen, die sich diesmal munter und fröhlich in den Iran aufmachen, um unglaublich aufgeschlossen ihren heimlichsten Sehnsüchten zu fröhnen. Anstatt auf den Verweis auf Vernichtungsdrohungen gegen Israel, staatlich organisierte Kongresse „für eine Welt ohne Zionismus“, Holocaustleugnung von Staatsmännern und die Verfolgung von FrauenrechtlerInnen, Homosexuellen und Oppositionellen zu reagieren, spielt man das alles noch herunter mit dem Verweis, dass Juden doch im Iran friedlich leben könnten. Ein Grund, einmal einen Blick auf die tatsächliche Situation von Jüdinnen und Juden im Iran zu werfen.

Mit der Islamischen Revolution, die 1979 die Schah-Herrschaft absetzte und den Islam in eine „Islamische Republik“ verwandelte, kam im Iran nicht nur eine antiwestliche Stimmung auf, die unter anderem zu Verboten von Tanzveranstaltungen führte, sondern auch eine anti-israelische und anti-jüdische Stimmung, die sich letztendlich auch in der Hinrichtung wichtiger jüdischer Personen äußerte.1 Viele iranische Juden verließen in Folge dessen in dieser Zeit den Iran. Demzufolge gibt es heute im Iran nur in größeren Städten funktionierende jüdische Gemeinden. Diese Jüdinnen und Juden können trotz der antizionistischen und antisemitischen Statements des islamischen Regimes zwar durchaus relativ unbehelligt leben, vor allem im Vergleich zu anderen arabischen Ländern. Ihre Situation im Iran kann dennoch nicht als normal bezeichnet werden. Zum einen sind Jüdinnen und Juden alles andere als gleichberechtigte iranische StaatsbürgerInnen – beispielsweise sind sie von bestimmten politischen Ämtern ausgenommen2. Zum anderen lastet auf ihnen ein enormer Druck: „Die Toleranz gegenüber den verbliebenen jüdischen Gemeinden gilt jedoch nur so lange, wie diese peinlich bemüht sind, sich nicht mit Israel in Verbindung zu bringen und ihre Loyalität gegenüber dem Iran zu beweisen.“3 Damit sind iranische Juden nicht nur ein Spielball der Politik, da sie vor der Weltöffentlichkeit für die angebliche Toleranz der Islamischen Republik herhalten müssen. Sondern sie sind obendrein dazu gezwungen, sich zu einem Staat zu bekennen, der nicht nur den Holocaust leugnet, sondern auch denjenigen Staat vernichten möchte, der die Konsequenz aus der Shoa ist und den einzigen garantierten Rückzugsraum für Juden in der ganzen Welt darstellt. Wer hier beim besten Willen keinen Antisemitismus erkennen will, der macht sich zum Büttel jener, die ihren Vernichtungswillen offen artikulieren. Die Toleranz gegenüber jüdischen IranerInnen ist zudem alles andere als eine sichere Sache – gerade während der Eskalationen des Nah-Ost-Konflikts sind sie immer wieder einer anti-jüdischen Stimmung ausgesetzt.

Während nun die TLZ sich wenigstens die Mühe macht eine geäußerte Kritik am staatlichen Antisemitismus des Iran zu erwähnen, fällt die Kritik an patriarchalen und anti-homosexuellen Zuständen im Iran völlig herunter. Während der Veranstaltung zum Austausch zwischen Weimar und iranischen Städten am 9. März wurde der iranischen Musikwissenschaftlerin Sara Tavakalimeh die Frage gestellt, ob sie homosexuelle Freunde habe und wie es denen im Iran ergehe. Auf diese Frage antwortete sie mit der plumpen Feststellung, dass man im Iran seine Homosexualität halt nicht öffentlich zur Schau stelle. Aus dem Publikum kam dazu eine ergänzende Bemerkung, dass dies in Deutschland doch genauso sei. Auch angesichts solcher Äußerungen lässt sich wohl beim besten Willen keine Feindschaft gegen Homosexuelle erkennen.

Auch nach der Unterdrückung von Frauen wurden die ReferentInnen gefragt, die Antwort: Im Iran könnten doch Frauen ganz normal herumlaufen, es studieren sogar ganz viele und überhaupt sei das mit den Kopftüchern doch gar nicht so schlimm. Was soll aber bitte das Ergebnis der Durchsetzung der Scharia-Gesetze anderes sein, als „eine geschlechtsspezifische Apartheid, deren Symbol die Zwangsverschleierung ist“4? Gesetzlich ist in der Scharia unter anderem festgelegt, dass Männer gleichzeitig mehrere Frauen haben dürfen und sich zu jedem Zeitpunkt von ihnen scheiden dürfen. Würden Frauen auf solche Ideen kommen, droht ihnen die Todesstrafe. „Laut Gesetz muss die Frau den Mann um Erlaubnis fragen, ob sie arbeiten oder reisen darf. Frauen dürfen auf gemischtgeschlechtlichen Veranstaltungen nicht tanzen. Mütter verfügen über das Erziehungsrecht ihrer Kinder nur, bis diese sieben Jahre alt sind. Die Vormundschaft über die Kinder haben automatisch die Väter, die Mütter dürfen sich also nicht direkt in wichtige Lebensfragen ihrer Kinder einmischen.“5 Zurecht wäre nun zu bemerken, dass das öffentliche Leben im Iran teilweise im Widerspruch zu diesen Sittengesetzen steht. Tatsächlich studieren an den Universitäten knapp mehr als die Hälfte Frauen. Zum einen ist jedoch zu ergänzen, dass dies Errungenschaften einer starken Frauenbewegungen im Iran sind, die immer noch alles andere als sicher sind. Errungenschaften einer Frauenbwegung, die mit der Feindschaft der Mullahs und Sittenwächter ständig konfrontiert ist. Diejenigen Frauen, die sich bewusst gegen die Zwangsverschleierung wehren, befinden sich klar im Widerstand zu den religiösen Machthabern – sie begehen illegale Handlungen. Zum anderen ist dieses beschriebene öffentliche Leben zwar in größeren Städten wie Teheran anzufinden – in hinterlegeneren Provinzen im Iran kann dies jedoch völlig anders aussehen (Quelle?).

Dem Kulturrelativismus, der ein Verständnis für „andere Kulturen“ fordert, damit aber bereitwillig über Unterdrückung und Verfolgung verschiedener Art hinwegsieht und der auch auf der genannten Veranstaltung geäußert wurde, ist eine Parole der iranischen Frauenbewegung entgegenzuhalten: Emanzipation ist nicht westlich, Emanzipation ist nicht östlich; Emanzipation ist universell! Die Initiatoren des Austauschprojekts zwischen Weimar und dem Iran und des Festivals „Westöstlicher Diwan Weimar 2009″ müssen sich die Frage gefallen lassen welchen Sinn dieser Austausch machen soll und welche Intentionen, außer dem Geraune vom Dialog der Kulturen, dahinterstehen. Die TLZ bleibt eine Antwort auf die Frage schuldig ob offen artikulierter Antisemitismus, Frauenunterdrückung, Verfolgung von Oppositionellen, Bestrafung homosexueller Handlungen, Sittengesetze und der Verbot von Gewerkschaften nicht genug Gründe sind um ein solches Projekt zu kritisieren.

  1. vgl.: Thomas Schmidinger: Zwangsweise loyal – Iranische Jüdinnen und Juden als Spielball der Politik, in: Informationszentrum 3. Welt Ausgabe 311, März/April 2009 [zurück]
  2. ebenda [zurück]
  3. ebenda. Diesem Zwang wird auch Nachdruck verliehen: „Geraten jüdische IranerInnen in den Verdacht des Zionismus, wird es gefährlich für sie. Dies bekamen beispielsweise 13 Angehörige der jüdischen Gemeinden in Isfahan und Shiraz zu spüren, die 1999 wegen Verdachts auf Spionage für Israel und die USA festgenommen und erst nach längeren Haftstrafen und unter massivem internationalen Druck wieder frei gelassen wurden.“ (ebenda) [zurück]
  4. Chahla Chafiq: „Die andere Hälfte – Iranische Frauen und ihre Bewegung für Freiheit und Emanzipation“ in: Informationszentrum 3. Welt, Ausgabe 311 März/April 2009 [zurück]
  5. Ebenda [zurück]
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Weimar im Iran #2 http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/03/10/weimar-im-iran-2/ http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/03/10/weimar-im-iran-2/#comments Tue, 10 Mar 2009 12:14:48 +0000 Administrator Allgemein http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/03/10/weimar-im-iran-2/ Gestern Abend fand im MonAmi in Weimar eine Informationsveranstaltung zum geplanten Austausch der Stadt Weimar mit mehreren Städten im Iran statt (solidoku weimar berichtete). Der Initiator des Austausch-Projekts, Dr. Klaus Gallas, präsentierte gemeinsam mit der iranischen Musikwissenschaftlerin Sara Tavakalimeh das Programm der ersten Austauschreise, die vom 10. bis 20. Juni stattfinden soll. Er proklamierte die Wichtigkeit eines Dialogs mit dem Iran und dem „Orient“ und versicherte, „dass alle begeistert sein werden und zu Botschaftern des Kulturaustausches werden“. Laut TLZ waren ca. 80 BesucherInnen anwesend. Wir dokumentieren an dieser Stelle das Flugblatt des Arbeitskreises zur Kritik des Antisemitismus Weimar [aka weimar], das gestern Abend vor dem MonAmi und während der Veranstaltung verteilt wurde:

„Horizonterweiterung“ bei den Mullahs

Während sich das Horrorszenario der atomaren Bedrohung gegen Israel im Iran immer weiter in Richtung Realität entwickelt1, lässt man es sich in Weimar nicht nehmen, seinen kulturellen Horizont in einer Diktatur zu erweitern.

Dr. Klaus Gallas, Initiator des Festivals „West Östlicher Diwan Weimar 2009“ sprach in einem Interview davon, dass er „einen Traum, eine Vision“ habe, nämlich „gegenseitige Berührungsängste, Vorurteile und Missverständnisse, die auf beiden Seiten bestehen, aufzudecken, um damit Chancen für die Annäherung und das Verstehen der Menschen unterschiedlicher Kulturkreise und Religionen zu eröffnen“2.
Das Festival, welches im Sommer 2009 in Weimar und dem Iran stattfinden soll, wurde laut Gallas ins Leben gerufen, um einen kulturellen Austausch zwischen Weimar_innen und Iraner_innen zu ermöglichen. So soll begleitend zu einer Tour der Staatskapelle durch die Städte Persepolis, Schirâs und Teheran eine Bürger_innenreise angeboten werden, um Interessierte aus Weimar und der Bundesrepublik teilhaben zu lassen.
Mit der Namensgebung des Festivals knüpft man nicht zufällig bei Johann Wolfgang von Goethe an, der einen seiner letzten großen Gedichtbände unter eben jenem Titel veröffentlichte. Goethe bemühte sich in diesem Band ebenfalls um einen Kulturaustausch zwischen „Abend – und Morgenland“. Man sieht sich hier in einer kulturellen Tradition der „Klassikerstadt Weimar“.
Dass sich die politische Situation in den letzten 200 Jahren allerdings grundlegend geändert hat und man den Iran nicht losgelöst von der dort herrschenden Machtstruktur betrachten kann, blendet Dr. Gallas völlig aus.

Die islamische Republik Iran ist – wie der Name schon sagt – ein Gottesstaat. Dementsprechend ist das politische System im Land der islamischen Religion unterworfen, was die Religion auf eine politische Ebene hebt, weshalb man von politischen Islam sprechen kann.
Dieses klerikalpolitische System gibt den herrschenden Mullahs, den islamischen „Rechtsgelehrten“, quasi völlige Macht. Es ist grausame Tatsache, dass im Iran Frauenrechtler_innen, Gewerkschafter_innen und Oppositionelle verfolgt werden. Da die iranische Rechtssprechung die rechtliche Ausformulierung der Scharia – der islamischen Gesetzgebung – ist, werden homosexuelle Handlungen und Prostitution im Iran mit dem Tode bestraft. Doch das sind sicherlich nicht die Dinge, die die Weimarer Bürger auf ihrer Reise durch das Land zu sehen bekommen werden.
Daneben beherrscht ein radikaler Antisemitismus einhergehend mitsamt seiner geopolitischen Reproduktion – dem Antizionismus – das politische Klima im Iran. „Revolutionsführer“ Großayatollah Ruhollah Khomeini, welcher bis zu seinem Tod 1989 Staatsoberhaupt des Iran war, agitierte 1977 für die islamische Revolution mit folgenden Worten: „Die Juden haben sich mit beiden Händen auf die Welt gestürzt und sind dabei, sie mit unersättlichem Appetit zu verschlingen. Sie haben Amerika verschlungen und haben sich als nächstes dem Iran zugewandt und sind immer noch nicht zufrieden.“
Zu den glühendsten Verehrern Khomeinis gehört bis heute auch der amtierende iranische Präsident, Mahmud Ahmadinejhad. Auf der Konferenz „Eine Welt ohne Zionismus“, welche 2005 unter staatlicher Beteiligung in Teheran stattfand, sagte Ahmadinejhad: „Wie der Imam [Khomeini] sagte, muss Israel von der Landkarte getilgt werden.“

Umso abscheulicher erscheint es angesichts dieser Tatsachen, dass man sich in Weimar um einen Austausch auf politischer Ebene bemüht. So besuchte eine Weimarer Delegation, bestehend aus Oberbürgermeister Stefan Wolf, Festivalleiter Klaus Gallas, Orchesterdirektor Martin Wittkowski und Kulturmanager Martin Kranz anfang Februar 2009 den Iran und man traf sich dort mit Personen aus Kultur3 und Politik.
Man arbeitet nicht nur mit dem iranischen Ministerium für Kommunikation, Kulturerbe, Kunsthandwerk und Tourismus – also einer staatlichen Institution einer Diktatur (nicht anderes ist der Iran), sondern bemüht sich auch um eine Städtefreundschaft zwischen Weimar und Schirâs.
Ein weiterer Beweis für die politische Dimension des Projektes ist, dass Außenminister Frank-Walter Steinmeier persönlich die Schirmherrschaft über das Festival übernommen hat.

Man kann der konkrete Lage im Iran – den antisemitischen Vernichtungsdrohungen gegenüber Israel, der Unterdrückung von Frauen, der Verfolgung Andersdenkender und den Morden an Homosexuellen nicht mit einem abstrakten Ruf nach Völkerverständigung begegnen.
Noch immer ist der Export deutscher Firmen (z.B. Siemens) in den Iran ein wichtiges Standbein für die dortige Wirtschaft und damit auch für die Herstellung von Massenvernichtungswaffen. Nur ein konsequenter wirtschaftlicher Boykott und eine politische Isolation des Iran kann das Wahrmachen der Vernichtungsphantasien verhindern.

Eine Bürger_innenreise und eine Verständigung auf politischer Ebene sind nicht nur ein falsches Signal. Sie hätten auch Khomeini gefreut, der Hitler als quasi Messias verehrte und den deutschen für die Shoah dankbar war.
Daran ändert auch nicht, dass der Gegenbesuch des Bürgermeisters von Shirâs, Mehran Etemadi, dieses Jahr eine Besichtigung des KZ Buchenwald beinhalten wird4. Um eine Demütigung der Opfer des Nationalsozialismus durch mögliche Äußerungen Etemadis zu verhindern, sollte die Stadt Weimar von Etemadi vor einem Besuch eine Positionierung zu den Äußerungen von Ahmadinejad verlangen und eine Verurteilung dessen antisemitischen Vernichtungswahns zur Bedingung machen.

Kein Dialog mit Antisemiten!

Solidarität mit Israel und unterdrückten Menschen im Iran!

  1. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA stellte im Februar diesen Jahres fest, dass der Iran über genug angereichertes Uran verfüge, um Atomwaffen herzustellen. [zurück]
  2. Aus einer Pressemitteilung zum „Diwan Festival“ von Dr. Klaus Gallus. [zurück]
  3. Unter „Kultur“ versteht sich natürlich nur das, was nicht der staatlichen Zensur des Iran unterliegt. [zurück]
  4. Aus einer Mitteilung der Stadt Weimar vom 05.02.07 [zurück]
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Weimar im Iran http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/02/11/weimar-im-iran/ http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/02/11/weimar-im-iran/#comments Wed, 11 Feb 2009 20:27:58 +0000 Administrator Allgemein http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/02/11/weimar-im-iran/ Laut der Thüringer Allgemeine und Radio Lotte befindet sich gerade eine Weimarer Deligation um Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) zu Besuch in der Islamischen Republik Iran. Am 08. Februar wurde die Deligation „durch den Protokollchef der Stadt Teheran ehrenvoll mit einem kleinen Empfang begrüßt.“1 Hintergrund ist ein kultureller Austausch mit dem Iran, der in Form einer Konzertreise der Weimarer Staatskapelle nach Persepolis, Shirâs und Teheran stattfinden soll. Im Gegenzug soll es im August einen Auftritt iranischer Musiker in Weimar geben. Außerdem ist eine Städte-Freundschaft zwischen Shirâs und Weimar geplant. Der Austausch wird von Außenminister Frank-Walter Steinmeier unterstützt.

Im Iran werden Oppositionelle, Gewerkschafter_innen und Frauenrechtler_innen verfolgt, Staatschef Mahmud Ahmadinedschad ist für seine antisemitischen und antizionistischen Äußerungen bekannt und es findet eine Zensur nicht-islamischer Medien statt. Im Jahr 2005 fand in Teheran eine Konferenz mit staatlicher Beteiligung unter dem Titel „A World without Zionism“ statt, zu dem unter anderem Vertreter der radikal-islamischen Organisation Hizbollah und bekannte Holocaust-Leugner eingeladen waren. Prostitution und homosexuelle Handlungen werden im Iran mit dem Tod bestraft. Auch kulturelle Aktivitäten und Ereignisse, sowie „Kulturexport“ in andere Länder unterliegen im Iran der Kontrolle islamischer Sittenwächter.

Angesichts dieser Tatsachen, die den Beteiligten dieses „kulturellen Austausches“ (u.a. OB Stefan Wolf, Diwan-Festivalleiter Dr. Klaus Gallas, Stadtrat und Kulturmanager Martin Kranz sowie Orchesterdirektor Martin Witkowski und Orchesterinspektor Nils Kretzschmar) bekannt sein dürften, müssen sie sich die Frage stellen lassen, welche „wichtige Botschaft“2 dieser Austausch haben soll. Eine „wichtige Botschaft“ wäre unseres Erachtens ein Austausch mit Oppositionellen aus dem Iran. Wir verurteilen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der BRD und dem Iran, die ein wichtiges Standbein für den Iran sind, ebenso wie die Appeasement-Politik gegenüber dem Iran. Auch ein „kultureller Austausch“ bedeutet Appeasement, da hiermit der Iran in seiner Selbstdarstellung gegenüber der Welt unterstützt wird.

Daran ändert auch eine Mitteilung der Stadt Weimar nichts, dass auf gegenseitigen Wunsch ein Besuch der Gedenkstätte des KZ Buchenwald auf dem Programm stehen würde, wenn der Bürgermeister von Shirâs, Mehran Etemadi, noch in diesem Jahr Weimar besuchen wird3. Um eine Demütigung der Opfer des Nationalsozialismus durch mögliche Äußerungen Etemadis zu verhindern, sollte die Stadt Weimar von Etemadi vor einem Besuch eine Positionierung zu den Äußerungen von Ahmadinejad verlangen und eine Verurteilung dessen antisemitischen Vernichtungswahns zur Bedingung machen.

Städtefreundschaft in den Iran (TA) | Mein Traum zum Brückenschlag (Gallas im Interview mit der TA) | Förmlicher Empfang in Teheran (TA) | Premiere für das Abendland (TA) | Weimarer treffen in Teheran ein (Radio Lotte) | West Östlicher Diwan Festival Weimar (Mitteilung der Stadt)

  1. TA vom 09.02.2009 [zurück]
  2. Initiator des Austauschs, Dr. Klaus Gallas im Interview mit der TA [zurück]
  3. „West Östlicher Diwan Festival Weimar“ (Mitteilung der Stadt Weimar) [zurück]
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Gedenken zum 64. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/26/gedenken-zum-64-jahrestag-der-befreiung-von-auschwitz/ http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/26/gedenken-zum-64-jahrestag-der-befreiung-von-auschwitz/#comments Mon, 26 Jan 2009 12:19:13 +0000 Administrator Allgemein http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/26/gedenken-zum-64-jahrestag-der-befreiung-von-auschwitz/ Das Weimarer „Bündnis gegen Rechts“ (BgR) lädt zu einer Gedenkstunde zur Befreiung von Auschwitz:

Aus Anlass des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus und des 64. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz am morgigen Dienstag, dem 27.01.2009 führt die Stadtverwaltung Weimar auf dem VdN Ehrenhain des Hauptfriedhofes Weimar eine Kranzniederlegung durch. Der Oberbürgermeister Herr Stefan Wolf wird Worte des Gedenkens an die Toten und des Erinnerns an die Lebenden sprechen. Die Gedenkstunde beginnt um 10.00 Uhr. Dazu sind interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.

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Für den Frieden in Gaza – Kundgebung in Weimar http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/26/fuer-den-frieden-in-gaza-kundgebung-in-weimar/ http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/26/fuer-den-frieden-in-gaza-kundgebung-in-weimar/#comments Mon, 26 Jan 2009 12:03:10 +0000 Administrator Allgemein http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/26/fuer-den-frieden-in-gaza-kundgebung-in-weimar/ Als Fortsetzung der Demonstration vom 10. Januar, gegen den Einsatz der israelischen Armee im Gaza-Streifen, fand am vergangenen Samstag in Weimar eine Kundgebung für den Frieden in Gaza statt. Dabei wurden Kerzen angezündet, Gespräche geführt und Bilder von Frauen und Kindern gezeigt. Nach Angaben der Presse kam es zu keinen Zwischenfällen. TLZ, TA und Radio Lotte berichten:

TLZ, 26. Januar, Lokalteil Weimar:

Ein Zeichen für den Frieden in Gaza

Weimar. (tlz/Gö) Zwei Wochen nach der Demonstration für Frieden im Gaza-Streifen erinnerten der Verein „Building Bridges/Friedenssteine“ und Mitglieder des Ausländerbeirates der Stadt am Samstag auf dem Theaterplatz an die Opfer der israelischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung in Gaza. Die Angaben über die Zahl der Opfer schwankt zwar je nach Quelle, doch sie ist in jedem Fall schockierend. Um die 1300 Palästinenser müssen es gewesen sein, darunter jeweils bis zu 300 unschuldige Kinder und Frauen, die ihr Leben verloren. Ihnen zum Gedenken wurden Kerzen entzündet und so aneinandergereiht, dass sie den Schriftzug „Gaza“ ergaben. „Wir fordern einen völligen Waffenstillstand – nicht nur für eine bestimmte Zeit, sondern für immer“, so Jamal Al Musalmi, der aus Gaza stammt und seit 20 Jahren in Deutschland lebt. Ziel müsse es zudem sein, die Friedensverhandlungen unter Aufsicht der UNO wieder aufzunehmen, die palästinensische Bevölkerung so rasch wie möglich mit allem Lebensnotwendigen zu versorgen und die Grenzübergänge wieder zu öffnen. Die Veranstaltung wurde von Polizeibeamten der PI Weimar und aus Jena, die mit einem ganzen Tross von Fahrzeugen auf dem Goetheplatz Aufstellung genommen hatten, begleitet. Sie registrierten neben den zehn Veranstaltern etwa 20 bis 30 Passanten, die Interesse am Gespräch bekundeten. Anders als die Demonstration 14 Tage zuvor, als zehn israelsolidarische Antifaschisten die Demonstranten lautstark beschimpften, verlief die Kundgebung diesmal völlig störungsfrei. Gleichwohl gab es teils erhitzte Debatten über Antisemitismus, die Rolle der Hamas und die Zukunft im Nahen Osten.

via


TA, 26. Januar, Lokalteil Weimar:

Kerzen für Opfer in Gaza. Angeregte Diskussionen auf dem Weimarer Theaterplatz

WEIMAR (se). Auf zahlenmäßig eher wenug Interesse, dafür aber sehr interessierte Besucher stieß am Samstag die Aktion für die Kriegsopfer im Gaza-Streifen. Am Informationsstand kam es immer wieder zu erregten Debatten darüber, was den Konflikt ausgelöst hat und wie er gelöst werden könnte. Mitorganisator Jamal Al Musalmi sieht nur in den Gesprächen eine Chance, zu der sich Israelis und Palästinenser unter Uno-Aufsicht treffen sollten. Außerdem hofft er, dass über den Wechsel an der Spitze der USA „ein Ideologie-Wechsel“ zum Frieden beitragen kann. Diesen wünscht sich der Palästinenser mit deutschem Pass auch für seine Familie in Gaza, deren Haus von Bomben getroffen wurde. „Ihnen geht es aber gut“, weiß Musalmi.


Radio Lotte Nachichten, 26. Januar:

Kerzen für die Opfer der israelischen Militär-Aktionen in Gaza haben am Sonnabend Nachmitttag Weimarer Bürger und hier lebende Ausländer entzündet. Die Teilnehmer auf dem Theaterplatz forderten einen sofortigen und umfassenden Waffenstillstand. Die Versorgung der palästinesischen Zivilbevölkerung mit allem Lebensnotwendigen müsse gesichert werden. Die Kundgebung wurde durch Polizeibeamte der Inspektionen Weimar und Jena begleitet. Insgesamt wurden 10 Kundgebungsteilnehmer und 20 bis 30 interessierte Passanten gezählt. Die Kundgebung verlief nach Polizeiangaben störungsfrei. (srk)


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Presseerklärung der [Israelsolidarischen Jugend Erfurt] zur Friedensmahnwache am 15.Januar 2009 http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/17/presseerklaerung-der-israelsolidarischen-jugend-erfurt-zur-friedensmahnwache-am-15januar-2009/ http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/17/presseerklaerung-der-israelsolidarischen-jugend-erfurt-zur-friedensmahnwache-am-15januar-2009/#comments Sat, 17 Jan 2009 17:35:48 +0000 Administrator Allgemein http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/17/presseerklaerung-der-israelsolidarischen-jugend-erfurt-zur-friedensmahnwache-am-15januar-2009/ Wie schon vor einer Woche (siehe hier) fand diesen Donnerstag am 15.01. eine „Friedensmahnwache“ in Erfurt statt. Die „Israelsolidarische Jugend Erfurt“ nahm dies als Anlass, um erneut Protest zu äußern. Hier die Pressemitteilung der [Israelsolidarischen Jugend Erfurt] zur Dokumentation. Wir erklären uns solidarisch und schließen uns den Forderungen der Gruppe an, welche eine Positionierung zu den Vorfällen am 08.01. fordert.

Presseerklärung der [israelsolidarischen jugend erfurt]
zur Friedensmahnwache am 15.Januar 2009

Wie auch eine Woche zuvor organisierte der Aktionskreis für Frieden Erfurt und die Thüringer Friedenkoordination eine Mahnwache unter dem Motto: „Stoppt das Blutbad in GAZA“.

Diesem Motto kann man entnehmen , das in den Augen der „Friedens“-aktivisten die  “Schuld“  am momentanen Konflikt im Nahen Osten einzig und allein beim Staat Israel gesucht bzw. manifestiert wird , was nach wie vor eine Verklärung, wenn nicht sogar Umkehrung  der tatsächlichen Verhältnisse darstellt.  

Auch diesmal wollten wir es uns nicht nehmen lassen, unseren Protest dagegen auf die Straße zu tragen. Mit dem Eintreffen auf dem Erfurter Anger wurden wir diesmal sofort von der, heute in deutlich höherem Aufgebot anwesenden Polizei auf einen Platz, welcher räumlich getrennt(durch die Straßenbahnschienen) von der „Friedens“-mahnwache lag verwiesen.
Auf Nachfrage wieso eine solche Maßnahme notwendig sei antworteten die Beamten, dass sie eine Eskalation, wie sie letzte Woche stattfand unterbinden wollen. Wir können dennoch nicht verstehen wieso wir auf einen anderen Platz ausweichen sollten, obwohl beim letzten mal die Provokationen eindeutig von Seite der „Friedens“-mahnwache ausging.
An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass es im Gegensatz zu letzter Woche deutlich friedlicher von Seiten der „Friedens“-aktivisten und Passanten gegenüber unserer Aktion zuging. Auch wenn die Polizei eine räumliche Trennung vollzog so ist es uns trotzdem gelungen mehrere Briefe an die Organisatoren der „Friedens“-mahnwache zu überreichen. In diesem Brief forderten wir sie auf, sich eindeutig zu den Geschehnissen der letzten Woche zu positionieren und  boten ihnen an, mit uns in einen kritischen Dialog zu treten.
Außerdem konnten wir erfreut feststellen, dass wir unseren Protest erweitern konnten, indem sich uns u.a. Vertreter der deutsch-israelischen Gesellschaft anschlossen, während dem Kreis der „Friedens“-aktivisten einige Sympathisanten verloren gingen.

v.i.S.d.P.
Otto Groß
Sprecher der [israelsolidarischen jugend erfurt]

Kontakt: isj.gruppe[at]gmx.net

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Holocaustleugner Horst Mahler in Jena http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/13/holocaustleugner-horst-mahler-in-jena/ http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/13/holocaustleugner-horst-mahler-in-jena/#comments Tue, 13 Jan 2009 18:33:35 +0000 Administrator Allgemein http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/13/holocaustleugner-horst-mahler-in-jena/ Während am vergangenen Samstag in vielen anderen Städten Menschen gegen Israel auf die Straßen zogen, verschanzten sich die Jenaer Neonazis im Braunen Haus, um dort einem Vortrag des Antisemiten und Holocaustleugners Horst Mahler, unter dem Titel “Die Kernschmelze der judaisierten Welt ist der Welt Auferstehung zum Nationalsozialismus!”, zu lauschen. Verschanzen mussten sie sich wirklich, da sich ca. 300 Menschen vor dem Braunen Haus versammelten um gegen Antisemitismus, Horst Mahler und das Braune Haus zu demonstrieren. Die Polizei reagierte unverhältnismäßig. Es beteiligten sich auch israelsolidarische Antifaschist_innen an dem Protest. Bei Black-Red-Press gibt es einen Bericht und eine Foto-Dokumentation

(al citiso / PONI) Am gestrigen Samstag, dem 10. Januar 2009, besuchte der Holocaustleugner Horst Mahler das Braune Haus in Altlobeda, um seine antisemitische Hetze zum Besten zu geben. Etwa 300 GegendemonstrantInnen versammelten sich unter dem Motto „Antisemitismus zur Kernschmelze bringen“ in der Jenaischen Straße, wurden allerdings durch zwei Reihen Hamburger Gitter von der Polizei in etwa 50 Meter Abstand zum Veranstaltungsort gehalten. Eine Maßnahme, die es vorher noch nie gegeben hat. Während der Kundgebung äußerten einige Teilnehmerinnen ihren Unmut über diese Tatsache und versuchten die Gitter abzubauen. Ein Reizgaseinsatz, auch gegen eine Ordnerin der Veranstaltung war die Folge. Nach der planmäßigen Beendigung der Kundgebung und der gemeinsamen Abreise der TeilnehmerInnen mittels Straßenbahn, entschied man sich in der Innenstadt eine Spontandemonstration gegen Polizeigewalt durchzuführen. Ein kraftvoller, entschlossener Demozug von 200 Menschen zog vom Busbahnhof durch die Innenstadt, wurde aber in der Oberlauengasse von einem massiven Polizeiaufgebot mit Schlagstöcken brutal auseinander getrieben. 17 Personen wurden in Gewahrsam genommen, 4 Personen verletzt. Augenzeugen sprachen von einem völlig überzogenen Einsatz und sinnloser Gewalt seitens der Polizei.

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Hugo Chavez-Bilder auf Gaza-Demo in Weimar http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/13/hugo-chavez-bilder-auf-gaza-demo-in-weimar/ http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/13/hugo-chavez-bilder-auf-gaza-demo-in-weimar/#comments Tue, 13 Jan 2009 16:35:32 +0000 Administrator Allgemein http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/13/hugo-chavez-bilder-auf-gaza-demo-in-weimar/

Wie auf einigen anderen palästina-solidarischen Demos in Deutschland, wurde auch in Weimar ein Bild des venezuelanischen Präsidenten Hugo Chavez mitgeführt. Einige werden sich darüber gewundert haben. Doch der Zusammenhang ist offensichtlich: Hugo Chavez ist ein Freund der Palästinenser und obendrein prominenter Unterstützer des iranischen Mullah-Regimes und ein Freund von Ahmadinedschad. Stephan Grigat schreibt dazu in der Jüdischen Zeitung:

Der Präsident von Venezuela gehört bereits zu den Stammgästen von in Teheran und hat bei einem seiner letzten Besuche erklärt: Die lateinamerikanischen Staaten wollen die „wertvollen Erfahrungen“ des Iran „auf verschiedenen Gebieten“ nutzen. Die beiden Ölimperien haben haben einen gemeinsamen Fonds für wirtschaftliche und soziale Projekte angelegt. „Mit der Gründung des binationalen Venezuele-Iran-Entwicklungsfonds haben wir fundamentale Schritte für eine Konsolidierung der Beziehungen zwischen Iran und Venezuela unternommen,“ erklärt der venezolanische Außenhandelsminister Gustavo Marquez. Und wer die Bilder von den herzlichen Dauerumarmungen der beiden Staatschefs bei Ahmadinedschads Venezuela-Besuch Ende September 2007 gesehen hat, bekam eine Ahnung davon, dass es hier nicht um ein rein taktisches Bündnis geht.
Chavez ließ sich jahrelang von Noberto Ceresole beraten. Diser hatte nach dem Anschlag auf das jüdische Gemeindezentrum in Buenos Aires im Jahre 1994 verbreitet, die Juden selbst hötten diesen Anschlag zu verantworten, der tatsächlich jedoch von der Hizbollah mit Unterstützung der iranischen Regierung durchgeführt wurde. 85 Menschen vielen dem Terrorakt zum Opfer. Der Außenminister Venezuelas, Nicolas Maduro, nahm 2006 im Iran an der 3. Internationalen Solidaritätskonferenz für das palästinensische Volk teil. Chacez unterstützt das iranische Atomprogramm und und postulierte während des Libanonkriegs 2006: „Israel verübt an den Libanesen dieselben Handlungen, wie sie Hitler an den Juden verübt hat.“ Es soll nicht verschwiegen werden, dass Chavez siich von von Ahmadinedschads Vernichtungsdrohung gegen Israel distanziert hat. Das heißt aber umso mehr, dass er sehr genau weiß, mit wem er sich da eigentlich einlässt und wessen Atomprogramm er unterstütz.1

In diesem Zusammenhang, sollte man sich auch vor Augen führen, wie sich Hugos Freund Ahmadinedschad und dessen Verbündete zum derzeitigen Krieg im Gazastreifen geäußert haben. Die Jüdische Zeitung schreibt:

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad bezeichnete das israelische Vorgehen als „kriminell“, sein Außenminister sprach von „Völkermord“. Das geistliche Oberhaupt der Muslime, der im Iran ansässige Ajatollah Chamenei, forderte alle gläubigen Muslime dazu auf, die Palästinenser mit „allen Mitteln“ zu verteidigen. Wer dabei ums Leben komme, werde zum Märtyrer.2

Doch Hugo Chavez braucht seine Mullah-Freunde nicht für sich sprechen zu lassen. Er selbst bezeichnet Einsätze der israelischen Armee immer wieder als „Völkermord“ und „Holocaust“. Zu Beginn des Einsatzes der iseaelischen Armee im Gaza-Streifen wies er sogar den israelischen Botschafter aus Venezuela aus. Die Presse schreibt:

Venezuelas Staatschef spricht von „Holocaust“ in Gaza.

BUENOS AIRES. Ob Shlomo Cohen noch einmal nach Caracas zurückkehrt? Israels Botschafter wurde am Dreikönigstag von Hugo Chávez aus Venezuela verwiesen – für den Diplomaten ist das ein Déjà-vu. Bereits im August 2006 hatte er nach Israels Angriff auf den Libanon die Koffer packen müssen.

„Zum wiederholten Mal erlebt Venezuela den schrecklichen Tod von unschuldigen Kindern und Frauen als Folge der israelischen Invasion im Gazastreifen und des gnadenlosen Bombardements, mit dem Israel aus Luft und Erde das palästinensische Territorium belegt.“ Das offizielle Begründungsschreiben fasst in diplomatisch gerade noch akzeptable Worte, was Präsident Chávez seit Beginn der israelischen Offensive täglich drastischer von sich gab: „Einen Holocaust am palästinensischen Volk“ verübten die israelische Regierung und deren Beschützer in Washington. Es sei geradezu zynisch, dass Washington Länder wie Kuba und Iran als undemokratisch kritisiere, aber Israels Angriffe rechtfertige.

Antisemitische Linke

Schon seit Jahren profiliert sich Iran-Intimus Chávez als lautester Israel-Kritiker der westlichen Hemisphäre, was im traditionell US-kritischen Lateinamerika auch ganz gut ankommt. Am Dreikönigstag zogen 3000 Demonstranten vor Israels Botschaft in Buenos Aires und präsentierten die israelische Staatsflagge mit aufgemalten Hakenkreuzen. In Argentiniens Hauptstadt lebt die zweitgrößte jüdische Gemeinde außerhalb Israels.

Aus diesem ultralinken, antisemitischen Milieu kam auch einer, den Chávez noch 2006 als „großen Freund“ pries. Der argentinische Soziologe Norberto Ceresole war einer der Ratgeber Chávez‘ vor und nach dessen erstem Wahlsieg 1998. Der Holocaustleugner stammte aus dem linken Flügel der peronistischen Partei und beriet von 1969 bis 1971 den peruanischen Putschisten Juan Velasco Alvarado, auch der ein erklärtes Vorbild Hugo Chávez‘. Sein Ideenmix aus sozialistischen, völkischen und antisemitischen Thesen kam sowohl in der Sowjetunion als auch im Nahen Osten gut an. Während der 70er-Jahre soll Ceresole Repräsentant der Hisbollah in Spanien gewesen sein.3

  1. Stephan Grigat: „Freunde der Mullahs. Über rechte und linke Verteidiger des iranischen Regimes“, in Jüdische Zeitung | Nr. 01 (41) | Januar 2009, S. 10 [zurück]
  2. Lutz Lorenz: „‚Wir hätten verhindern können, was geschehn ist. Ursache der Eskalation liegt bei der Hamas.“, in Jüdische Zeitung | Nr. 01 (41) | Januar 2009, S. 8 [zurück]
  3. „Die Presse“, Print-Ausgabe, 08.01.2009, hier [zurück]
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Weitere Angriffe gegen Israelsolidarische http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/13/angriff-auf-israelsolidarische-jugend-in-erfurt/ http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/13/angriff-auf-israelsolidarische-jugend-in-erfurt/#comments Tue, 13 Jan 2009 15:19:20 +0000 Administrator Allgemein http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/13/angriff-auf-israelsolidarische-jugend-in-erfurt/ Wie wir bereits dokumentierten, gab es auch in Erfurt Proteste gegen eine antizionistische Mahnwache. Mut gegen rechte Gewalt hat einen Artikel über die Vorfälle veröffentlicht, welcher hier zu lesen ist.
In München wären Israelsolidarische beinahe brutal angegriffen worden. Hierzu berichtet Hagalil:

München: Angriff auf Mahnwache gegen Antisemitismus

Eine Demonstration, durchgeführt von der „Palästinensischen Gemeinde München e.V.“ und unterstützt u.a. durch das Münchner Friedensbündis und die Linkspartei unter dem Motto „Stoppt den Völkermord in Gaza!“ am vergangenen Samstag führte vom Odeonsplatz zum Sendlinger Tor. Nicht zuletzt, dass diese Kundgebung gerade über den Platz der Opfer des Nationalsozialismus führen würde, bewog den Ak Antisemitismus dort eine Mahnwache abzuhalten…
Bei der Mahnwache „Gegen Antisemitismus und islamistischen Terror“ standen eine Handvoll Menschen und mit zwei Israel-Fahnen und verteilten dieses Flugblatt. Als der Demonstrationszug der angeblichen Friedensfreunde den Platz der Opfer des Nationalsozialismus erreichte, stürmten plötzlich ca. 60 der Demonstranten auf die Mahnwache zu.

Nur dem äußerst „robusten“ Eingreifen der Polizei ist zu verdanken, dass die Teilnehmer der Mahnwache nicht verletzt wurden. Als die z.T. mit Stangen bewaffneten Angreifer über die Wiese stürmten, auf der das Mahnmahl für die ermordeten Juden steht, schien völlig unklar, ob die zahlenmäßig weit unterlegenen Polizeikräfte überhaupt in der Lage wären, diese auch aufzuhalten. Im Interesse der eigenen Gesundheit befolgten die Teilnehmer der Mahnwache daher die Anweisung der Polizei – „Ihr verschwinden jetzt besser – aber schnell!“ – gerne.

Wie viele der Angreifer festgenommen wurden ist unklar. Dagegen sind die Absichten der Hamas-Sympatisanten dank Plakaten mit Sprüchen wie „Israel to Hell“ nicht unklar.

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Beitrag auf Salve TV http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/12/beitrag-auf-salve-tv/ http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/12/beitrag-auf-salve-tv/#comments Mon, 12 Jan 2009 22:08:52 +0000 Administrator Allgemein http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/12/beitrag-auf-salve-tv/ In den Tagesnachichten von Salve-TV wurde heute auch kurz über die Gaza-Demo in Weimar und die Gegenproteste berichtet. Die Tagesnachichten können hier gesichtet werden oder indem Sie auf „mehr“ klicken. Salve TV kündigt an, morgen einen ausführlichen Bericht zu den Vorfällen zu senden.

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Anti-israelische Übergriffe und Mahnwache in Efurt http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/12/anti-israelische-uebergriffe-und-mahnwache-in-efurt/ http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/12/anti-israelische-uebergriffe-und-mahnwache-in-efurt/#comments Mon, 12 Jan 2009 21:53:21 +0000 Administrator Allgemein http://solidokuweimar.blogsport.de/2009/01/12/anti-israelische-uebergriffe-und-mahnwache-in-efurt/ Bereits letzte Woche fand in Erfurt eine Kundgebung gegen die Operation „Bleigießen“ statt. Nun lädt der „Aktionskreis Frieden“ und die „Thüringer Friedenskoordination“ mit folgenden Worten erneut zu einer „Mahnwache“:

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,
leider ist trotz UN-Resolution kein Ende des Blutvergießens im Gazastreifen in Sicht. Der Aktionskreis für Frieden und die Thüringer Friedenskoordination laden deshalb wieder ein zu einer Mahnwache am Donnerstag, dem 15.01.09 um 17:30(!!!) Uhr auf dem Erfurter Anger

Vorher findet um 17 Uhr das Friedensgebet in der Lorenz-Kirche statt.

Viele Grüße

Dass sich auch hier hinter dem Ruf nach Frieden eine krude Palästina-Solidarität verbirgt, hat sich bereits in der vergangenen Woche gezeigt. Folgender Bericht der „Israelsolidarischen Jugend Erfurt“ wurde uns mit Bitte um Veröffentlichung zugeschickt:

Erlebnisbericht zu der Friedensmahnwache am 08.01.2009 auf dem Erfurter Anger

Am 08.01.2008 riefen der „Aktionskreis für Frieden“ und die „Thüringer Friedenskoordination“ zu einer Friedensmahnwache auf dem Erfurter Anger. Als wir auf dem Anger eintrafen wurden wir sofort auf das übelste beleidigt. Dies von selbsternannten „Friedensaktivisten“. Wie ihr Frieden aussieht ist bei der nicht vorhandenen oder nur vorgetäuschten Diskussionsbereitschaft eher eine schreckliche Vorstellung. So wurden zum Beispiel Hamaskämpfer zu Freiheitskämpfer, während einer Diskussion mit einem Friedensaktivisten, verklärt. Der andauernde und schreckliche Terror der Hamas somit negiert und eine Täter-Opfer-Umkehr betrieben. Wie weit einige ihrer Sympathisanten bereit sind zu gehen, zeigte eine kleine Gruppe Teilnehmer_innen der Mahnwache. Sie griffen einen Jugendlichen an, entrissen ihm die Israelfahne und trampelten auf ihr herum. Dazu riefen sie: „Scheiß Judenfahne.“. Dies alles unter den Augen der Friedensaktivisten. Weder sie noch die Polizei griffen ein. Anstatt sich von den gewalttätigen Teilnehmer_innen zu distanzieren, absorbierten die Mahnwach`ler_innen die Gewalttäter_innen in ihre Mitte. Von nun an war die Erfurter „Achse des Bösen“ perfekt. Gegen Ende der Mahnwache kam noch einmal einer der Angreifer mit einem Pappschild, auf welchem tote Kinder zu sehen waren, zu den israelsolidarischen Menschen. Hierbei rief er wieder antisemitische Parolen u.a. „Das machen die scheiß Juden.“ Auch hier wieder keine Reaktion von den Friedensaktivisten oder der Polizei. Als „glorreichen“ Abschluss wurde noch die interessante Frage „Wer bezahlt euch? Israel, der Mossad oder die USA?“ aus der anonymen Masse der Mahnwache heraus aufgeworfen. Nach diesen Vorkommnissen muss man sich ernsthaft die Frage nach der Ernsthaftigkeit der Mahnwache stellen. Auch ist es erschreckend, feststellen zu müssen, wie antisemitische Stereotypen in Erfurt ohne Widerworte hingenommen werden. Offener und versteckter Antisemitismus nahmen an diesem Tag in Erfurt ungeahnte Dimensionen an. So erklärte ein „empörter Passant“: „Adolf hat wohl nicht genug von euch erwischt.“ oder „Euch kriegen wir auch noch“. Abschließend ist eindeutig festzustellen, dass unsere Proteste gegen diese „Mahnwache“ gerechtfertigt waren und sind. Antisemitismus, egal welcher Couleur, ist gerade auch in Erfurt entschlossen entgegen zu treten.

[Israelsolidarische Jugend Erfurt]

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